Management auf Chinesisch

Management auf Chinesisch

Die chinesische Art zu Führen

In der konfuzianischen Philosophie gelten alle Beziehungen als ungleich. Ethisches Verhalten verlangt, dass diesen Ungleichheiten Rechnung getragen wird. Somit sollte eine ältere Person automatisch Respekt von der jüngeren und der Geschäftsführer vom rangniederen Mitarbeiter empfangen. Dieser konfuzianischen Ansatz sollte als Grundpfeiler des ganzen Managementdenkens betrachtet werden und Themen wie Machtverteilung und offener Zugang zu allen Informationen werden von den Chinesen als, bestenfalls, bizarre westliche Vorstellungen angesehen.

(Man soll nicht vergessen, dass viele Menschen in China – aber auch in vielen anderen asiatischen Ländern – die mangelnde Beachtung der hierarchischen Werte als die eigentliche Ursache für die ?Probleme des Westens? sehen. Zu diesen Problemen zählen die westlichen Krankheiten des moralischen Verfalls sowie die anarchische Vorstellung, dass ein Individuum wichtiger als die Gruppe ist, zu der es gehört.)

Daher neigt der Führungsstil in China zum direktiven, wo der hochrangige  Leiter Weisungen an seinen direkten Untergebenen gibt, die wiederum die Weisungen der Reihe nach weiterleitet. Es wird nicht erwartet, dass Untergebene die Entscheidungen der Leitung bezweifeln  – das würde Respektlosigkeit bedeuten und wäre die direkte Ursache eines Gesichtsverlustes (Mianzi) für alle Beteiligten.

Der Leiter sollte als eine Art Vaterfigur gesehen werden, der Loyalität und Gehorsam von Kollegen erhält und erwartet. Im Gegenzug wird vom  Leiter erwartet, dass er ein holistisches Interesse am Wohlsein der Kollegen zeigt. Es ist eine gegenseitig förderliche Zwei-Wege-Beziehung.

Die Leitung hat oft enge Beziehungen zur kommunistischen Partei und viele Geschäftsentscheidungen werden von der Partei geprüft, die die unsichtbare Kraft hinter vielen Entscheidungen ist.

Es wird oft gesagt, dass China einen Mangel an guten, erfahrenen Führungskräften hat – das ist typisch für eine schnell wachsende und modernisierende Wirtschaft – und dass die guten Führungskräfte, die zur Verfügung stehen, sehr teuer sind (auch nach westlichen Standards).  Damit liegt ein großer Druck auf jedem Unternehmen in Bezug auf Rekrutierung und Bindung von Arbeitskräften ? die Unternehmen müssen in der Lage sein, die Besten zu rekrutieren und dann auch halten zu können.

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