DER SABBAT UNTER DEN BEDINGUNGEN DES NEUEN BUNDES

Sollen wahre Nachfolger Christi den Sabbat im Neuen Bund halten?

I. Liebe & Wahrheit

Ein dänisches Sprichwort sagt: "Wer die Wahrheit sagt, sollte das Pferd gesattelt lassen." Das trifft heute wie damals auf die wahren Christen zu. Ihnen ergeht es wie Jesus Christus und seinen Aposteln selbst: Man erachtet sie als Provokation, weil sie den durch Institutionen etablierten Strukturen zuwider laufen. Geht es nach der Mehrheit der Christen, wird als Wahrheit nicht das betrachtet, was die Bibel sagt, sondern das, was die Kirchen und deren Oberhäupter lehren und – entsprechend dem System Absalom – das, was für die Mehrheit akzeptabel erscheint. Wer als Christ auf biblisches Handeln gemäß des Neuen Testaments besteht, wird von der Mehrheit derer, die sich Christen nennen, als Spalter verworfen. Und wer, der noch auf die Liebe seiner Mitmenschen angewiesen ist, möchte das schon – denn der Spalter wird abfällig betrachtet und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Dieser Umstand führt als logische Konsequenz zu einem Denkverbot in den entsprechenden Gemeinden.

Wer die Bibel aufmerksam liest, wird früher oder später auf Differenzen stoßen zwischen dem, was Gott in seinem Wort offenbart hat und dem, was die Kirchen lehren. Wer gewisse Ungereimtheiten feststellt, wird sich entscheiden müssen, ob er am Wort festhält oder sich den Unwillen der Menschen zuzieht. Ob er Gott liebt und seinen Willen tut oder ob ihm die Liebe und Anerkennung seiner Mitmenschen wichtiger ist. Man kann immer nur einem Herren dienen...

Innerhalb der Christenheit gibt es verschiedene Konflikte. Der Sabbat unter den Bedingungen des Neuen Bundes ist einer davon. Je intensiver man sich mit der ursprünglichen Intention Gottes im Hinblick auf den Sabbat beschäftigt, desto schneller stellt man fest, dass nur wenige Gemeinden die wahren Absichten lehren und diese daher der Mehrheit der Christen völlig unbekannt sind. Weder Luther noch die Reformatoren nach ihm haben die Lehren der katholischen Kirche diesbezüglich hinterfragt. Lehren, die sich in der Bibel einfach nicht finden lassen.

Selbst die Sieben-Tages-Adventisten, die der Wahrheit um einiges näher gekommen sind, als alle anderen institutionellen Kirchen, schlittern letztendlich am Thema vorbei.

II. Die Bedeutung des Sabbats im Alten Bund

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass der Sabbat keineswegs nur ein mosaisches Gesetz ist, sondern als Gesetz schon sehr viel länger existiert – nämlich seit Anbeginn der Schöpfung: Gott selbst ruhte am siebenten Tage von seinen Werken. Daran lässt sich erkennen, dass der Sabbat auch über den Alten Bund hinaus einen besonderen Stellenwert hat. Der Sabbat war von so herausragender Bedeutung, dass das Nicht-Einhalten desselbigen die Todesstrafe zur Folge hatte. Natürlich drängt sich hier die Frage auf, weshalb ausgerechnet die Übertretung des Sabbat-Gebotes so hart bestraft wurde, wenn man dabei bestenfalls sich selbst schadet, während man bei Übertretungen wie Diebstahl, Ehebruch und Mord in die Rechte seiner Mitmenschen eingreift. Schon daran lässt sich erkennen, dass der Sabbat weit über das hinausgeht, was der Buchstabe des Gesetzes überhaupt auszudrücken vermag.

Der Sabbat ist also nicht nur im mosaischen Gesetz und in den 10 Geboten verankert, sondern existiert schon seit Anbeginn der Schöpfung.

Wesentlich ist jedoch, dass der Sabbat des alten Bundes nicht nur im Zusammenhang mit der Schöpfung in Erscheinung tritt, sondern auch und vor allem auf die Erlösung hinweist. Einfügen (2.Mose 31, 17; siehe auch 5. Mose 5, 15)

III. Das Gesetz des Mose im Neuen Bund

Das Sabbatgebot ist Teil des Mosaischen Gesetzes. Hier stellt sich die Frage, ob bzw. inwieweit dieses Gesetz für die Christen im Neuen Bund überhaupt gültig ist. Jesus macht uns in seiner Bergpredigt unmissverständlich klar, dass, wenn wir mit ihm im Himmel regieren wollen, unsere Gerechtigkeit die der Pharisäer und Schriftgelehrten übersteigen muss (Matth. 5, 20). Es leuchtet ein, dass es bei der beschriebenen Andersartigkeit der Gerechtigkeit nicht um Quantität, sondern um Qualität gehen muss und diese eine höheren geistlichen Wert haben muss als die der Pharisäer und Schriftgelehrten. Paulus erklärt unter anderem in Philipper 3, 9 dazu folgendes: „Darum will ich nichts mehr wissen von jener Gerechtigkeit, die sich auf das Gesetz gründet und die ich mir durch eigene Leistungen erwerbe. Vielmehr geht es mir um die Gerechtigkeit, die uns durch den Glauben an Christus geschenkt wird – die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und deren Grundlage der Glaube ist.“ Paulus leitet seiner Gerechtigkeit folglich daraus ab, dass er durch die Taufe mit Christus gestorben und auferstanden ist und dadurch eins mit ihm geworden ist.

Jesus Christus selbst erklärt dazu eindeutig, dass der Neue Bund nicht – wie viele es glauben – das Gesetz aufhebt, sondern er es vervollständigt. „Ich bin ich nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Bibelstelle) Damit ist gemeint, dass etwas Unvollständiges vervollständigt bzw. vervollkommnet werden soll. Dieses Prinzip greift schon am Anfang, als Eva zunächst aus Adam herausgenommen wird (1.Mose 2, 22), um ihm später wieder zugeführt zu werden. Auch hier sollte etwas vervollständigt werden. Selbiges trifft natürlich auch im geistlichen Sinne zu bei der Vervollständigung des Christus durch die Zusammenführung mit seiner Braut, der wahren Gemeinde zu, wobei dem Haupt dann seine Glieder wieder zugeführt werden. (Römer 13, 10)

Daraus lässt sich erkennen, dass der Neue Bund – wie gerne geglaubt – keineswegs die Abschaffung des Alten Bundes, sondern seine Vervollständigung symbolisiert.