Zum Inhalt springen

Übersetzungsbüro FRONT RUNNER Berlin – Englisch Übersetzer

Pandemie-Wörter: Wie die Corona-Sprache unser Leben geprägt hat

Ein Pärchen geht während der Corona-Pandemie Hand in Hand mit einem Mundschutz die Straße entlang
Pandemie-Wörter wie Schnuten-Pulli und Mutschu haben unser Leben während der Corona-Pandemie geprägt

08.03.2024 | von Evarella

Das Corona-Wörterbuch: Ein Blick auf die Entstehung der Pandemie-Wörter

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise vor vier Jahren hat sich nicht nur die Welt um uns herum verändert, sondern auch unsere Sprache. Über 2.500 neue Begriffe sind in Deutschland entstanden, um die Herausforderungen und Veränderungen der Pandemie zu beschreiben. In einem einzigartigen Projekt hat die Linguistin Annette Klosa-Kückelhaus diese Pandemie-Wörter gesammelt und ein Corona-Wörterbuch erstellt. Doch diese Wörter sind mehr als nur sprachliche Neuschöpfungen – sie sind ein Spiegel unserer Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen in dieser ungewissen Zeit.

Pandemie-Wörter: Die prägenden Begriffe der Corona-Zeit

Annette Klosa-Kückelhaus identifiziert fünf Schlüsselbegriffe, die die Essenz der Corona-Zeit widerspiegeln: Lockdown, Homeoffice, Zoomen, Impfung und Maske. Diese Pandemie-Wörter haben nicht nur unseren Alltag geprägt, sondern auch unsere Gesellschaft und unsere Sprache verändert. Von der Einschränkung persönlicher Freiheiten bis hin zur Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität – jedoch trägt jedes dieser Wörter die Geschichte und die Emotionen der Pandemie in sich.

Die Bedeutung des Festhaltens von Pandemie-Wörtern

In einem Gespräch mit der ZEIT unterstreicht Klosa-Kückelhaus die fundamentale Bedeutung des Festhaltens der neuen Begriffe, selbst in den turbulentesten Zeiten der Angst und Unsicherheit während der Pandemie. Als Lexikografin erkannte sie die Dringlichkeit ihrer Aufgabe darin, den Menschen zu helfen, die Vielschichtigkeit und Komplexität der Pandemie zu erfassen und zu verstehen. Ihr Ansatz bestand darin, durch das akribische Sammeln und Dokumentieren dieser neuen Pandemie-Wörter einen Beitrag zu leisten. Ihr Ziel war es, die Sprache nicht nur als Mittel der Kommunikation, sondern auch als Werkzeug zur Bewältigung und zum besseren Verständnis der Krise zu nutzen. Indem sie diese Wörter in einem umfassenden Pandemie-Wörterbuch festhielt, trug sie dazu bei, die Sprache als eine Art Navigationsinstrument inmitten des unerforschten und beängstigenden Terrains der Pandemie zu etablieren.

Vom Fachjargon zur Umgangssprache

Die Pandemie hat nicht nur neue Fachbegriffe hervorgebracht, sondern auch eine Vielzahl neuer Ausdrücke in die Umgangssprache eingeführt, die zum einen dazu dienen, die neuen Realitäten zu beschreiben, aber auch die Erfahrungen und Emotionen der Menschen während dieser turbulenten Zeit widerzuspiegeln. Neben Pandemie-Wörtern wie "Schnutenpulli" (selbstgemachte oder improvisierte Gesichtsmaske) und "Mutschu" (Abkürzung für Mundschutz) gibt es eine Fülle weiterer kreativer Neuschöpfungen, die die Lebendigkeit der Sprache während der Pandemie verdeutlichen. Doch hinter den spielerischen Wortkreationen verbirgt sich oft ein tiefer Sinn: Sie sind Ausdruck des kollektiven Erlebens und Bewältigens der Pandemie. Einige Beispiele dafür sind:

Quarantini

Ein humorvoller Begriff für Cocktails, die während der Quarantänezeit zu Hause gemixt wurden.

Lockdown-Liebe

Beschreibt romantische Beziehungen, die während der Lockdowns entstanden sind.

Virenschleuder

Ein sarkastischer Ausdruck für Personen oder Organisationen, die zur Verbreitung von Fehlinformationen über das Virus beitragen.

Hamsteritis

Eine humorvolle Bezeichnung für das übermäßige Horten von Lebensmitteln und anderen Vorräten während der Krisenzeit.

Zoom-Fatigue

Beschreibt die Erschöpfung und Müdigkeit, die durch übermäßige Videokonferenzen und Online-Meetings entsteht.

Diese neuen Pandemie-Ausdrücke sind nicht nur sprachliche Spielereien, sondern spiegeln auch tiefergehende soziale und psychologische Phänomene wider. Sie dienen als Ventil für Emotionen, als Mittel zur Identitätsbildung und als Form des gemeinsamen Verständnisses und Umgangs mit den Herausforderungen der Pandemie. Durch die Schöpfung und Verbreitung solcher Begriffe können Menschen ihre Erfahrungen teilen, Gemeinschaften formen und gemeinsam durch schwierige Zeiten navigieren.

Die Rolle der Politik und der Medien

Politiker wie Markus Söder haben durch die Verwendung prägnanter Ausdrücke wie "Team Freiheit", "Team Vorsicht" und "Team Augenmaß" die öffentliche Diskussion während der COVID-19-Pandemie maßgeblich geprägt. Diese Ausdrücke dienten oft dazu, komplexe politische Ideen oder Strategien auf den Punkt zu bringen und bestimmte politische Positionen zu betonen oder zu kritisieren. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung des Begriffs "Lockdown Light", der von Politikern und Medien verwendet wurde, um eine weniger strikte Form des Lockdowns zu beschreiben, die bestimmte Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einschloss, aber weniger drastisch war als ein vollständiger Lockdown.

Auch die Medien spielten eine wichtige Rolle bei der Prägung neuer Begriffe und der Erklärung von Fachtermini im Zusammenhang mit der Pandemie. Durch die Verbreitung und Erklärung solcher Begriffe wie "R-Wert", "Inzidenz" und "Intensivbettenauslastung" trugen die Medien dazu bei, die Öffentlichkeit über wichtige epidemiologische Konzepte aufzuklären und das Verständnis für die Dynamik der Pandemie zu fördern.

Rückblick: Die Zukunft der Pandemie-Wörter

Während einige Begriffe der Pandemie sich fest in unseren Wortschatz eingegraben haben, werden andere mit dem Ende der Krise verblassen. Doch ihre Spuren werden bleiben – als Erinnerung an eine Zeit der Entbehrung und der Spaltung in der Gesellschaft. Diese Spaltung manifestierte sich nicht nur in unterschiedlichen Meinungen zu Lockdown-Maßnahmen oder Impfstrategien, sondern auch in sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten, die durch die Pandemie verstärkt wurden. Die Herausforderungen, die diese Begriffe repräsentieren, werden lange nach dem Abklingen des Virus in Erinnerung bleiben und uns an die harten Zeiten erinnern, denen wir letztendlich doch gemeinsam gegenüberstanden. Wenn auch jeder auf eine andere Art und Weise.

99 Pandemie-Wörter in einer Liste

Diese 99 Pandemie-Wörter sind ein Auszug aus einem Wörterbuch mit 2500 Begriffen. Sie haben die Sprache geprägt und sind ein Zeugnis für die einzigartigen Herausforderungen und Veränderungen, die die COVID-19-Pandemie mit sich gebracht hat:

1.Lockdown
2. Homeoffice
3. Zoomen
4. Impfung
5. Maske
6. Inzidenz
7. Triage
8. Social Distancing
9. Quarantäne
10. Abstand halten
11. Teststrategie
12. Kontaktverfolgung
13. Online-Unterricht
14. Distanzunterricht
15. Impfpass
16. Impfstoff
17. AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske)
18. Corona-Warn-App
19. Pandemiegesetz
20. Impfzentrum
21. Impfquote
22. Impfkampagne
23. Virusvarianten
24. Lockdown-Müdigkeit
25. Testpflicht
26. Ausgangssperre
27. Risikogebiet
28. Super-Spreader-Event
29. Isolation
30. Covidiot
31. Infektionsgeschehen
32. Welle (bezogen auf Infektionswellen)
33. Hybridunterricht
34. Hygienekonzept
35. Drive-through-Teststation
36. FFP2-Maske
37. Pandemieverlauf
38. Immunisierung
39. Hochrisikogruppe
40. Ausgangsbeschränkung
41. Lockdown-Lockerungen
42. Testkapazität
43. Superspreader
44. Ausbruchsgeschehen
45. Intensivbettenauslastung
46. Kontaktbeschränkungen
47. Notbetreuung
48. Risikominimierung
49. Cluster
50. Impfreaktion
51. Zweitimpfung
52. Pandemiefolgen
53. Impfdurchbruch
54. Impfneid
55. Pandemie-Müdigkeit
56. Kontaktloses Bezahlen
57. Kontaktsperre
58. Mund-Nasen-Bedeckung
59. Lockdown-Folgen
60. Notstandsgesetzgebung
61. Pandemiebewältigung
62. Virusmutationen
63. Impfpasskontrolle
64. Hotspot
65. Immunisierungsstrategie
66. Testergebnis
67. Pandemiebekämpfung
68. Risikobewertung
69. Abstandsregelung
70. Händedesinfektion
71. Pandemieforschung
72. Pandemiewelle
73. Pandemie-Bonds
74. Ausgangsbeschränkungen
75. Impfdosis
76. Impfreaktion
77. Pandemie-Leugnung
78. Testnachweis
79. Testpflicht
80. Impftermin
81. Impfzentrum
82. Impfzwang
83. Superspreader-Event
84. Home-Office
85. Testergebnis
86. Pandemie-Maßnahmen
87. Inzidenzwert
88. Immunisierung
89. Infektionsrisiko
90. Infektionszahlen
91. Pandemie-Fatigue
92. Kontaktverbot
93. Pandemie-Treiber
94. Impfquote
95. Pandemie-Management
96. Impfstoffeffektivität
97. Pandemie-Überbrückungshilfe
98. Pandemie-Politik
99. Impfstoffverfügbarkeit
100. Pieks ("Nur ein kleiner Pieks")

Nach oben scrollen